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Wireless DMX

Beitrag vom 09.02.2026 - Patrick Dehmlein



Wireless DMX


So gerne wir alle schöne und gute Kabel nutzen, so angenehm kann es auch sein, komplett darauf zu verzichten. Man denke nur daran: keine Stolpergefahr, kein mühsames Verlegen, keine Stecker und Leitungen, die kaputtgehen können, keine Kabelbrücken und kein lästiges Überwinden von Besucherwegen. So schön Wireless DMX auch klingt, so birgt es dennoch einige Risiken.



Was ist Wireless DMX

Ganz vereinfacht gesagt werden die DMX-Steuersignale nicht mehr über Kabel, sondern per Funk übertragen. Dazu gibt es einen Sender und einen oder mehrere Empfänger. Viele Systeme erlauben die Auswahl verschiedener Frequenzbänder, oft farblich gekennzeichnet. Stehen Sender und Empfänger also beide auf derselben Farbe, zum Beispiel „Gelb“, kann eine Datenübertragung stattfinden.

Das 2,4 GHz Frequenzband

Wireless DMX wird meist über das 2,4-GHz-Band übertragen. Dieses Frequenzband ist lizenzfrei und wird auch von WLAN und Bluetooth genutzt – und genau darin liegt das große Problem: Das Band ist extrem überlastet. Besonders bei Veranstaltungen mit vielen Besucher-Handys kann es schnell zu Störungen kommen. Zusätzlich sprechen wir beim 2,4-GHz-Band von einem kurzwelligem, hochfrequenten Funkspektrum. Das bedeutet: hohe Datenraten, kleine Antennen und eine stabile Übertragung auf kurze Distanzen (bis max. ca. 50 m). Die größten Nachteile sind jedoch eine schlechte Durchdringung von Hindernissen und begrenzte Reichweite.

Übersicht 2,4 GHz

Gefahren

Funkübertragungen bergen immer Risiken und können gestört werden. Störquellen können zum Beispiel Besucherhandys, die Funkwellen anderer Geräte (Funkmikrofone, Walkie-Talkies usw.) sein. Wird das Signal beeinträchtigt, kommen nicht mehr alle Informationen beim Empfänger an. Besonders kritisch wird es, wenn vorher alles problemlos funktioniert hat – und erst mit dem Eintreffen der Besucher plötzlich Störungen auftreten.


Aus der Praxis

Bei der Eisshow "Memories on ice" und "Nacht der Oskars" haben wir mit Wireless-DMX-Systemen der Firma Eurolite gearbeitet. Die Strecken in einer Eishalle lassen sich kaum sinnvoll mit Kabeln realisieren – besonders bei temporären Aufbauten ohne Festinstallation. In den Tests vorab funktionierte alles einwandfrei: Die Funkstrecken waren stabil und jedes Signal kam ohne merkliche Verzögerung an. Sobald jedoch die Besucher (ca. 600–800 Personen) in der Halle waren, kamen einzelne Signale nicht mehr zuverlässig an. Für uns war das ein akzeptables Risiko und durch die DMX-Failover Funktion der einzelnen Geräte kann man einiges retten. Es ist aber wichtig, dass man sich der Gefahr vorher schon bewusst ist, die als Risiko bewertet und auch das auch bei der Programmierung der Show entsprechnd berücksichtigt. Bei statischen Farben und langsamen Fades fällt ein Signalverlust von einer Sekunde nicht stark auf. Bei Moving-Head fahrten sieht die Sache schon wieder anders aus.


DMX-Failover

Eine hilfreiche Möglichkeit, die Strahler dennoch zu nutzen, ist die DMX-Failover-Funktion. Viele Geräte bieten Einstellungen dafür, wie sie reagieren sollen, wenn kein DMX-Signal mehr empfangen wird: Off, Hold, Automatic usw. Wir haben bei unseren Shows „Hold“ verwendet. Das bedeutet, dass das zuletzt empfangene Signal gehalten wird. Da wir viel mit langsamen Fades gearbeitet haben, fiel es kaum auf, wenn eine Dimmkurve bei einem einzelnen Strahler nicht komplett sauber durchlief und einen leichten Ruckler hatte.

Unsere Empfehlung

Bei Festinstallationen würden wir grundsätzlich von Wireless abraten. Bei Bühnenshows, bei denen Besucher direkt in die Richtung der Lichttechnik schauen, ist aus unserer Sicht eine physische Verkabelung Pflicht. Nichtsdestotrotz hat Wireless DMX weiterhin seine Berechtigung – etwa wie in unserer Eishalle, wo Kabelwege nur schwer oder mit sehr hohem Aufwand realisierbar sind. Auch bei temporären Disco-Partys ist eine kabellose Lösung oft eine gute Wahl. Wichtig ist jedoch stets darauf zu achten, dass die Strecken so kurz wie möglich bleiben und eine klare Sichtverbindung besteht. Und, dass man sich des Risikos bewusst ist und das mit einplant. Weitere Infos zu unserer Lichttechnik findert ihr im Bereich Lichttechnik.