Wireless DMX

Beitrag vom 04.01.2026 - Patrick Dehmlein

Wireless DMX

So gerne wir alle schöne und gute Kabel nutzen, so angenehm kann es auch sein, komplett darauf zu verzichten. Man denke nur daran: keine Stolpergefahr, kein mühsames Verlegen, keine Stecker und Leitungen, die kaputtgehen können, keine Kabelbrücken und kein aufwendiges Überwinden von Besucherwegen. So praktisch Wireless DMX auch klingt, die Funkübertragung birgt dennoch einige Risiken.

Was ist Wireless DMX?

Ganz vereinfacht gesagt werden die DMX-Steuersignale nicht mehr über Kabel, sondern per Funk übertragen. Die Grundlagen zu DMX findet ihr in unserem Fachartikel: Grundlagen DMX.

Dazu gibt es einen Sender und einen oder mehrere Empfänger. Viele Systeme erlauben die Auswahl verschiedener Funkgruppen oder Kanäle, die häufig farblich gekennzeichnet sind. Stehen Sender und Empfänger beispielsweise beide auf derselben Farbe, kann eine Datenübertragung stattfinden.

Das 2,4-GHz-Frequenzband

Wireless DMX wird häufig über das 2,4-GHz-Band übertragen. Dieses Frequenzband ist lizenzfrei und wird unter anderem auch von WLAN und Bluetooth genutzt – und genau darin liegt ein mögliches Problem: Auf Veranstaltungen können sehr viele Geräte gleichzeitig in diesem Frequenzbereich aktiv sein.

Besonders bei Veranstaltungen mit vielen Besuchern kann die Belastung des Frequenzbands deutlich zunehmen. Das 2,4-GHz-Band ermöglicht hohe Datenraten und den Einsatz kleiner Antennen, hat jedoch auch Nachteile: Hindernisse, Wände, Menschenmengen und andere Funksysteme können die Reichweite und Übertragungsqualität beeinträchtigen. Welche Reichweite tatsächlich möglich ist, hängt stark vom verwendeten System und von den örtlichen Bedingungen ab.

Übersicht zum 2,4-GHz-Frequenzband

Gefahren

Funkübertragungen bergen grundsätzlich Risiken und können gestört werden. Mögliche Störquellen sind beispielsweise WLAN-Netzwerke, Bluetooth-Geräte und andere Funksysteme, die ebenfalls im gleichen oder in einem benachbarten Frequenzbereich arbeiten.

Wird das Signal beeinträchtigt, kommen möglicherweise nicht mehr alle Steuerinformationen zuverlässig beim Empfänger an. Besonders kritisch ist, dass eine Funkstrecke während des Aufbaus und der Proben problemlos funktionieren kann, während nach dem Eintreffen der Besucher plötzlich Störungen auftreten.

Erfahrungen aus der Eishalle

Bei den Eisshows Memories on Ice und 50 Jahre Eissporthalle Waldkraiburg haben wir mit Wireless-DMX-Systemen der Firma Eurolite gearbeitet.

Die benötigten Strecken lassen sich in einer Eishalle nur schwer sinnvoll mit Kabeln realisieren – besonders bei temporären Aufbauten ohne Festinstallation. In den Tests vorab funktionierte alles einwandfrei: Die Funkstrecken waren stabil und die Signale kamen ohne merkliche Verzögerung an.

Sobald jedoch etwa 600 bis 800 Besucher in der Halle waren, kamen einzelne Signale nicht mehr zuverlässig an. Für uns war das ein vertretbares Risiko, da wir die möglichen Ausfälle bereits bei der Planung berücksichtigt hatten und die DMX-Failover-Funktionen der einzelnen Geräte nutzen konnten.

Bei statischen Farben und langsamen Fades fällt ein kurzer Signalverlust häufig kaum auf. Bei schnellen Effekten oder Fahrten von Moving Heads kann eine Unterbrechung hingegen deutlich sichtbar werden.

DMX-Failover

Eine hilfreiche Möglichkeit, die Strahler bei einem Signalverlust dennoch kontrolliert weiterzubetreiben, ist die DMX-Failover-Funktion. Viele Geräte bieten verschiedene Einstellungen dafür, wie sie reagieren sollen, wenn kein DMX-Signal mehr empfangen wird: beispielsweise „Off“, „Hold“ oder „Automatic“.

Wir haben bei unseren Shows die Einstellung „Hold“ verwendet. Das bedeutet, dass der zuletzt empfangene DMX-Wert gehalten wird. Da wir viel mit langsamen Fades gearbeitet haben, fiel es kaum auf, wenn eine Dimmkurve bei einem einzelnen Strahler nicht vollständig sauber durchlief oder einen leichten Ruckler hatte.

Unsere Empfehlung

Bei Festinstallationen würden wir grundsätzlich von Wireless DMX abraten. Bei Bühnenshows, bei denen die Besucher direkt auf die Lichttechnik schauen und eine zuverlässige Übertragung besonders wichtig ist, sollte aus unserer Sicht möglichst eine physische Verkabelung eingesetzt werden.

Dennoch hat Wireless DMX seine Berechtigung – etwa in einer Eishalle, in der Kabelwege nur schwer oder mit sehr hohem Aufwand realisierbar sind. Auch bei temporären Partys und kleineren Aufbauten kann eine kabellose Lösung sinnvoll sein.

Wichtig ist, dass die Funkstrecken möglichst kurz bleiben, eine freie Sichtverbindung besteht und mögliche Signalstörungen bereits bei der Planung und Programmierung berücksichtigt werden. Weitere Informationen zu unserer Ausstattung findet ihr im Bereich Lichttechnik.

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