Grundlagen DMX

Beitrag vom 25.02.2026 - Patrick Dehmlein

Grundlagen DMX

DMX ist das in der Lichttechnik am weitesten verbreitete Steuerungsprotokoll. Es ermöglicht, unterschiedlichste Scheinwerfer und Effekte zentral zu steuern – vom einfachen LED-Strahler bis zum komplexen Moving Head.

Das Grundprinzip ist vergleichsweise einfach zu verstehen. Gleichzeitig müssen bei Adressierung, Verkabelung und Signalverteilung einige wichtige Regeln beachtet werden.

Grundprinzip von DMX

DMX steht für „Digital Multiplex“. Vereinfacht gesagt überträgt ein Lichtpult oder ein anderer Controller fortlaufend Steuerwerte an die angeschlossenen Geräte.

Ein DMX-Universum besitzt bis zu 512 Kanäle. Technisch spricht der Standard dabei von Datenplätzen beziehungsweise „Slots“. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden sie jedoch meist als DMX-Kanäle bezeichnet.

Jeder Kanal kann einen Wert zwischen 0 und 255 annehmen. Welche Funktion ein bestimmter Wert auslöst, hängt vom angeschlossenen Gerät und vom ausgewählten DMX-Modus ab.

Ein einfaches Beispiel:

Kanal 1 = 255
Kanal 2 = 0
Kanal 3 = 255

Bei einem RGB-Strahler könnte das bedeuten: Rot ist vollständig eingeschaltet, Grün ist ausgeschaltet und Blau ist vollständig eingeschaltet. Das Ergebnis wäre in diesem Fall eine Mischung aus Rot und Blau.

Der Controller sendet die Daten regelmäßig erneut – auch dann, wenn sich die eingestellten Werte nicht verändert haben. Dadurch erhalten die angeschlossenen Geräte fortlaufend aktuelle Steuerinformationen.

Wie werden die Daten übertragen?

DMX überträgt die Steuerwerte in aufeinanderfolgenden Datenpaketen, die häufig als Frames bezeichnet werden.

Ein solches Paket beginnt mit einem eindeutigen Startsignal. Danach folgen ein Startcode und die einzelnen Kanalwerte. Ein Paket kann bis zu 512 Datenkanäle enthalten, muss aber nicht zwangsläufig alle 512 Kanäle übertragen.

Bei einem vollständig übertragenen Universum mit 512 Kanälen sind technisch maximal ungefähr 44 vollständige Übertragungen pro Sekunde möglich. Ein vollständiges Paket benötigt dabei mindestens rund 22,7 Millisekunden.

Die tatsächliche Wiederholrate hängt vom Controller, der Anzahl der übertragenen Kanäle und dessen Konfiguration ab. Kürzere Datenpakete können entsprechend häufiger wiederholt werden.

Vereinfacht kann eine Übertragung beispielsweise so aussehen:

Frame 1: Kanalwerte 1 bis 512
Frame 2: Kanalwerte 1 bis 512
Frame 3: Kanalwerte 1 bis 512
und so weiter

Selbst wenn kein Wert verändert wird, sendet der Controller regelmäßig ein neues Datenpaket mit den aktuellen Einstellungen.

Beispiel für die Vergabe von DMX-Adressen

Adressierung der Geräte

Bevor ein DMX-fähiger Scheinwerfer gesteuert werden kann, müssen am Gerät der passende DMX-Modus und eine Startadresse eingestellt werden.

Der DMX-Modus bestimmt, wie viele Kanäle das Gerät benötigt und welche Funktion den einzelnen Kanälen zugeordnet ist.

Ein einfacher RGB-Strahler könnte beispielsweise folgende Modi anbieten:

Modus 1 mit drei Kanälen:
Kanal 1 = Rot
Kanal 2 = Grün
Kanal 3 = Blau

Modus 2 mit fünf Kanälen:
Kanal 1 = Rot
Kanal 2 = Grün
Kanal 3 = Blau
Kanal 4 = Masterdimmer
Kanal 5 = Shutter oder Stroboskop

Nach der Auswahl des Modus wird die Startadresse eingestellt. Sie legt fest, ab welchem DMX-Kanal das Gerät seine Steuerwerte ausliest.

Vier Strahler im 3-Kanal-Modus könnten beispielsweise so adressiert werden:

Scheinwerfer 1 → Startadresse 1, belegt die Kanäle 1 bis 3
Scheinwerfer 2 → Startadresse 4, belegt die Kanäle 4 bis 6
Scheinwerfer 3 → Startadresse 7, belegt die Kanäle 7 bis 9
Scheinwerfer 4 → Startadresse 10, belegt die Kanäle 10 bis 12

Die Eingabe erfolgt je nach Gerät über ein Display mit Menüführung oder bei älteren Geräten über sogenannte DIP-Schalter.

Mehrere Geräte auf derselben Adresse

Mehrere baugleiche Geräte dürfen auch dieselbe DMX-Startadresse erhalten. Sie reagieren dann gleichzeitig auf dieselben Steuerwerte.

Das kann sinnvoll sein, wenn beispielsweise mehrere LED-Strahler immer dieselbe Farbe und Helligkeit anzeigen sollen. Eine individuelle Steuerung der einzelnen Geräte ist bei identischer Adressierung allerdings nicht mehr möglich.

DMX-Kabel und Steckverbindungen

Weitere Informationen zu unterschiedlichen Leitungen finden Sie in unserem Fachartikel Kabel in der Veranstaltungstechnik.

Für eine zuverlässige DMX-Übertragung sollten geeignete Datenkabel verwendet werden. Diese besitzen einen definierten Wellenwiderstand, der bei typischen DMX-Leitungen ungefähr 120 Ohm beträgt.

Ein normales XLR-Audiokabel kann bei kurzen und einfachen Aufbauten scheinbar funktionieren. Da es jedoch nicht zwingend die erforderlichen elektrischen Eigenschaften besitzt, kann es insbesondere bei längeren Strecken oder vielen Geräten zu Übertragungsfehlern kommen.

Der offizielle DMX512-A-Standard sieht für mobile Geräte grundsätzlich 5-polige XLR-Steckverbindungen vor. In der Praxis sind trotzdem zahlreiche Geräte mit 3-poligen XLR-Anschlüssen verbreitet.

Linienförmige Verkabelung

Eine klassische DMX-Leitung wird als durchgehende Linie aufgebaut:

Controller → Gerät 1 → Gerät 2 → Gerät 3 → letztes Gerät

Das Signal wird über den DMX-Ausgang eines Geräts zum Eingang des nächsten Geräts weitergeführt. Passive Y-Adapter oder einfache Abzweigungen sollten nicht verwendet werden, da dadurch Signalreflexionen und Übertragungsfehler entstehen können.

Müssen mehrere Leitungswege in unterschiedliche Richtungen geführt werden, sollte ein aktiver und möglichst galvanisch getrennter DMX-Splitter eingesetzt werden. Jeder Ausgang des Splitters bildet anschließend eine eigene DMX-Linie.

DMX-Abschlusswiderstand

Am Ende einer DMX-Linie sollte ein passender Abschlusswiderstand, auch DMX-Terminator genannt, eingesetzt werden.

Dabei handelt es sich üblicherweise um einen XLR-Stecker mit einem Widerstand von ungefähr 120 Ohm zwischen den beiden Datenleitungen. Der Abschluss verhindert, dass das Signal am Leitungsende reflektiert und zurück in die Leitung geschickt wird.

Leitungslänge und Anzahl der Geräte

Eine allgemeingültige maximale Kabellänge von exakt 100 Metern gibt es nicht. Die mögliche Leitungslänge hängt unter anderem von der Kabelqualität, der Anzahl und Qualität der angeschlossenen Empfänger, den Steckverbindungen und der korrekten Terminierung ab.

In technischen Empfehlungen werden bei geeigneten Kabeln Leitungswege bis ungefähr 300 Meter beschrieben. Bei mobilen Veranstaltungen ist es dennoch sinnvoll, lange oder stark verzweigte Strecken frühzeitig mit aktiven Splittern aufzuteilen.

Auch die Anzahl der Geräte auf einer einzelnen Leitung ist begrenzt. Als klassische Richtgröße gelten maximal 32 sogenannte Gerätelasten pro DMX-Linie. Moderne Geräte können elektrisch weniger als eine vollständige Gerätelast beanspruchen. Maßgeblich sind deshalb die Angaben der jeweiligen Hersteller.

Wireless DMX

DMX-Signale können auch drahtlos übertragen werden. Dazu wird das Signal an einen Funksender übergeben und von einem oder mehreren Empfängern wieder als klassisches DMX ausgegeben.

Wireless DMX kann bei schwer zugänglichen Bereichen oder bei temporären Aufbauten sehr hilfreich sein. Funkverbindungen können jedoch gestört werden und sollten deshalb bewusst geplant und getestet werden.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Fachartikel Wireless DMX.

Netzwerkprotokolle und Erweiterungen

Neben der klassischen seriellen DMX-Leitung gibt es verschiedene Netzwerkprotokolle und Erweiterungen:

Art-Net
Art-Net transportiert unter anderem DMX-Daten über ein IP-Netzwerk. Dadurch können mehrere Universen über eine gemeinsame Netzwerkinfrastruktur übertragen werden.

sACN
sACN basiert auf dem Standard ANSI E1.31 und wird ebenfalls zur Übertragung mehrerer Lichtsteuerungsuniversen über Ethernet-Netzwerke eingesetzt.

RDM – Remote Device Management
RDM erweitert eine DMX-Verbindung um eine Kommunikation in beide Richtungen. Ein Controller kann damit kompatible Geräte erkennen, Einstellungen wie die DMX-Adresse verändern und Status- oder Fehlermeldungen auslesen.

RDM ist somit kein vollständiger Ersatz für DMX, sondern eine Erweiterung der bestehenden DMX-Verbindung.

Fazit

DMX ist trotz seines Alters weiterhin ein wichtiger Standard in der Veranstaltungstechnik. Das System ist vergleichsweise einfach aufgebaut und ermöglicht die gemeinsame Steuerung unterschiedlichster Geräte.

Für einen zuverlässigen Betrieb sind jedoch eine saubere Adressierung, geeignete Kabel, eine linienförmige Verkabelung, die richtige Terminierung und eine durchdachte Signalverteilung entscheidend.

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