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Grundlagen DMX

Beitrag vom 26.02.2026 – Patrick Dehmlein



Grundlagen DMX


DMX ist das in der Lichttechnik am weitesten verbreitete Steuerungsprotokoll. Ursprünglich stammt es aus dem Theaterbereich und wurde später als Standard in der gesamten Eventbranche etabliert. Es ist robust, einfach zu verstehen und ermöglicht es, unterschiedlichste Scheinwerfer und Effekte zuverlässig zentral zu steuern.



Grundprinzip DMX

Vereinfacht gesagt handelt es sich bei DMX um ein Steuersignal, über das Lichttechnik – vom einfachen RGB-Strahler bis zum komplexen Movinghead – kontrolliert wird. Ein Universum besitzt 512 Kanäle, und jeder Kanal kann Werte von 0 bis 255 annehmen. Diese Werte werden vom Steuerpult kontinuierlich ausgegeben, z. B.:

Kanal 1 = 255, Kanal 2 = 0, Kanal 3 = 255.

Wichtig ist: DMX sendet permanent und nicht erst dann, wenn sich ein Wert verändert. Dadurch reagieren Geräte sehr zuverlässig und ohne Verzögerung.


Übertragung

DMX überträgt ständig komplette Datenpakete – sogenannte Frames. Ein Frame enthält alle 512 Kanäle eines Universums. Die Wiederholrate liegt je nach Pult und Einstellungen bei etwa 30–45 Frames pro Sekunde. Das bedeutet: ungefähr alle 0,025 bis 0,033 Sekunden wird das gesamte Universum erneut übertragen.

Hier ein Beispiel zur Verdeutlichung:
Frame 1: 0,025 s → Kanalwerte 1–512
Frame 2: 0,050 s → Kanalwerte 1–512
Frame 3: 0,075 s → Kanalwerte 1–512
usw.

Auch wenn kein Wert geändert wird, wird das komplette Paket wiederholt gesendet – genau das macht DMX so zuverlässig.

DMX Adressen Übersicht

Adressierung

Jeder DMX-fähige Scheinwerfer benötigt eine passende Einstellung, bevor er gesteuert werden kann. Zunächst wird der gewünschte Modus ausgewählt – dieser bestimmt, wie viele DMX-Kanäle das Gerät belegt.

Beispiel – Modus 1 (3 Kanäle):
Kanal 1 = Rot
Kanal 2 = Grün
Kanal 3 = Blau

Beispiel – Modus 2 (5 Kanäle):
Kanal 1 = Rot
Kanal 2 = Grün
Kanal 3 = Blau
Kanal 4 = Masterdimmer
Kanal 5 = Shutter

Nach der Moduswahl wird die Startadresse festgelegt – also der Kanal, ab dem das Gerät belegt wird. Dieser kann zwischen 1 und 512 frei gewählt werden.

Beispiel mit vier Strahlern im 3-Kanal-Modus:
Scheinwerfer 1 → Startadresse 1
Scheinwerfer 2 → Startadresse 4
Scheinwerfer 3 → Startadresse 7
Scheinwerfer 4 → Startadresse 10

Die Eingabe erfolgt je nach Modell entweder über ein LCD-Menü oder bei älteren Geräten mittels DIP-Schaltern.


DMX-Kabel

In unserem Artikel Kabel haben wir bereits ausführlich auf die Unterschiede zwischen DMX- und Audiokabeln hingewiesen. Für eine saubere Übertragung sollten ausschließlich echte DMX-Kabel genutzt werden. Die gesamte Strecke – vom Pult bis zum letzten Gerät – sollte idealerweise nicht länger als 100 m sein.

Wo es sinnvoll ist, können DMX-Signale über Splitter aufgeteilt und verstärkt werden, um die Stabilität zu erhöhen.


Alternativen & Weiterentwicklungen

Zu den Weiterentwicklungen des klassischen DMX gehören unter anderem:

Art-Net – DMX über Netzwerkstrukturen
sACN – modernes, effizientes Netzwerkprotokoll für große Systeme
RDM (Remote Device Management) – ermöglicht Rückmeldungen und Geräteeinstellungen über die DMX-Leitung

Auf diese Standards gehen wir in weiteren Fachartikeln ausführlicher ein.