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Kabel in der Veranstaltungstechnik

Beitrag vom 14.01.2026 - Patrick Dehmlein



Stecker


Ich glaube, nur wer eine wirkliche Leidenschaft für die Veranstaltungstechnik hat, kann verstehen, welche unglaubliche Magie von Kabeln ausgeht. Und jeder hat so sein eigenes Lieblingskabel. Wahrscheinlich eins, das sich toll rollen lässt und robuste Stecker hat. Wenn man das als Außenstehender liest, kann man bestimmt nicht nachvollziehen, was an Kabeln so toll sein soll. Ein qualitativ hochwertiges und gut gewartetes Kabel ist aber für die Sicherheit und Durchführung eines Events unerlässlich.



Stromkabel vs. Datenkabel

Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Kabelarten: Erstens stromführende Kabel (für 230V und 400V) und zweitens Kabel für die Datenübertragung (DMX und diverse Netzwerkprotokolle wie Art-Net, Dante, sACN, Videoübertragung).

StromStecker

Stromführende Kabel

Stromkabel bestehen in der Regel aus drei Adern. Jede Ader besteht wiederum aus mehreren feinen Kupferlitzen, welche durch eine farbige Isolation umgeben werden. Diese drei Adern werden durch den Außenmantel vor Feuchtigkeit, Abrieb und mechanischen Belastungen geschützt. Wichtig für die Stromplanung auf Veranstaltungen ist der Adernquerschnitt, der in mm² angegeben wird. Handelsüblich reicht dieser von 0,75 mm² bis 2,5 mm². Bei der Planung ist neben der Last, die benötigt wird, auch die Länge des Kabels entscheidend. Es gibt hier klare Vorgaben und Richtwerte, an denen man sich orientieren sollte. Setzt man ein Kabel falsch ein, kann dies zur Überhitzung und im schlimmsten Fall zu einem Brand führen.

Für die Veranstaltungstechnik gibt es an jedem Kabel unterschiedliche Anschlüsse. Der wohl bekannteste ist der klassische Schuko-Stecker. Etwas spezieller wird es bei den CEE-, PowerCon- und True1-Steckern.

Schukostecker

Der Schukostecker ist wohl der bekannteste unter den Steckern und in jedem Haushalt verbreitet. Das Wort "Schuko" leitet sich von dem Begriff Schutzkontaktstecker ab. Diese Steckerart darf unter Last gesteckt werden, da der Schutzkontakt immer zuerst verbunden wird. Es wird meist eine Spannung von 230V bei max. 16A übertragen.

CEE-Stecker

Diese Stecker gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Gebräuchlich sind 16A, 32A, 63A und 125A. Diese Steckverbindung wird meist als Zuleitung für einen Verteiler verwendet. Ein Beispiel wäre die Zuleitung vom Hallenstrom zur Bühne.

PowerCon-Stecker

Der PowerCon-Stecker ist in der Veranstaltungsbranche weit verbreitet und bietet enorme Vorteile gegenüber dem Kaltgerätestecker oder dem Schukostecker. Der größte Vorteil liegt in der Verriegelung der Verbindung. Bei Kaltgerätesteckern kann es vorkommen, dass das Kabel wieder aus der Buchse rutscht. Dies wird durch die Verriegelung verhindert. Wichtig zu beachten ist, dass diese Steckverbindung nur lastfrei gesteckt werden darf, da der Schutzleiter nicht vorauseilend ist. Die Weiterentwicklung des PowerCon-Steckers ist der True1-Stecker.

TRUE1-Stecker

Der TRUE1-Stecker (oder von anderen Herstellern auch TR1) hat weitere Vorteile gegenüber dem klassischen PowerCon-Stecker. Er kann unter Last gesteckt werden, er ist IP65/IP67-fähig und man kann mit ihm Leitungen verlängern. Der TRUE1 ist dem klassischen PowerCon somit in allen Belangen überlegen. Leider wird er noch nicht in allen Geräten als Standard verbaut, wodurch PowerCon weiterhin wichtig und gängig bleibt.



Datenkabel

Datenkabel


Bei Datenkabeln ist die Vielfalt an Kabeln und Steckern ebenfalls rießig. Die wichtigsten hier im Überblick:



DMX-Kabel

Das wohl bekannteste Kabel in der Lichttechnik. Das DMX-Kabel gibt es in zwei Ausführungen: 3-polig und 5-polig. Das Standard-DMX-Kabel hat eine Impedanz von 110 Ohm. Wichtig zu wissen ist, dass das Signal an den Geräten nur durchgeschleift und nicht neu aufbereitet (geboostet) wird. Das ist bei der Längenplanung entscheidend – die maximale Länge vom Sender (z. B. Lichtpult) bis zum letzten Strahler sollte 100 m nicht übersteigen. In der Praxis wird oft so gearbeitet, dass man die erste Strecke (vom Lichtpult bis zur Bühne) mit einer oder zwei Leitungen fährt und dann am Bestimmungsort das Signal durch aktive Splitter und Booster neu aufteilt und verstärkt.
Bei unseren Veranstaltungen Memories on ice, Nacht der Oskars und 50 Jahre Eissporthalle Waldkraiburg haben wir Kabelstrecken von ca. 30 eingesetzt. Die längeren Strecken wurde wirelesse umgesetzt.



Ethernetkabel

Dieses Kabel kennt jeder. Es handelt sich um das klassische Netzwerkkabel, das im privaten und geschäftlichen Bereich dazu verwendet wird, Computer miteinander zu verbinden. Auch in der Veranstaltungsbranche hat die Netzwerktechnik in den letzten Jahren immer weiter an Bedeutung gewonnen, weshalb heute Steuersignale nicht mehr nur über DMX und Audioleitungen übertragen werden, sondern zunehmend über das Netzwerk. Hintergrund ist die Geschwindigkeit, Flexibilität und Ausfallsicherheit.
Es ist allerdings so, dass auch im Bereich der Netzwerkkommunikation die bekannten Protokolle aus der Veranstaltungstechnik über UDP und nicht TCP übertragen werden. Bedeutet auch hier: wenn Pakete nicht ankommen, sind sie weg. Zusätzlicher Vorteil von Netzwerkkommunikation ist, dass man diesen verschlüsseln kann.

Beispiele für Protokolle: Art-Net und sACN (Lichttechnik), Dante (Tontechnik), im Videobereich NDI oder SMPTE.



Videokabel

HDMI, SDI und DVI – VGA, LWL und DP – könnte auch eine Textpassage aus dem Song „MfG“ von den Fantastischen Vier sein. Aber hier zeigt sich die Vielfalt an Kabeln, um Videosignale zu übertragen. Wenn es um die Übertragung von Videosignalen von einem Computer auf einen Bildschirm geht, finden wir VGA-Kabel, DisplayPort-Kabel, DVI-Kabel und HDMI-Kabel. Bei längeren Übertragungswegen kommen SDI-Kabel mit BNC-Steckern zum Einsatz.

Aus der Praxis kann man sagen, dass Video in den letzten Jahren immer weiter an Bedeutung gewonnen hat. Egal ob bei großen Produktionen die Videowalls und LED-Wände Teil des Bühnenbilds sind oder Events über das Internet gestreamt werden. Ein Beispiel sind Übertragungen von Sportveranstaltungen. Früher wurden nur große Spiele im Fernsehen übertragen. Für die unteren Ligen gab es keine Möglichkeit. Heute erfreuen sich Plattformen wie z. B. Sprade.tv (für Eishockey) großer Beliebtheit.



Audiokabel


Bei Audiokabeln gibt es ebenfalls ein breites Spektrum. Ein wichtiger Unterschied ist der zwischen symmetrischen und unsymmetrischen Kabeln. Bei unsymmetrischen Kabeln wird die Schirmung des Kabels für die Signalübertragung benötigt. Durch diese Tatsache kann es zu sogenannten Brummschleifen kommen. Abhilfe schafft hier eine DI-Box bzw. ein Wandler.

Aus der Praxis kann ich sagen, dass das Thema Brummschleifen oft in älteren Anlagen auftritt. Als Beispiel kann ich die Tonanlage in Eishallen nennen. Die Leitungsführung ist hier meist unsymmetrisch und am Hausstrom hängen oft Generatoren, Kühlanlagen, Kompressoren oder Küchentechnik. Diese Geräte (speziell die Kompressoren) können sich ungünstig auf die Tontechnik auswirken und so hat man bei vielen Anlagen das Brummen ständig auf den Boxen. Ein Umbau würde die Betreiber oft viel Geld kosten, was häufig fehlt. Bei unseren Veranstaltungen konnten wir einen guten Kompromiss finden und in Abstimmung mit den Verantwortlichen diverse Anlagen abschalten.

Cinch-Kabel

Das wohl bekannteste unsymmetrische Kabel, das jeder aus dem Wohnzimmer und seiner Stereoanlage kennt. Auch in der Veranstaltungstechnik findet man dieses Kabel hin und wieder – speziell für das Einspielen von Musik vom Handy, CD-Player oder einem kleinen DJ-Controller.

Cinch-Stecker

XLR-Kabel

Das ist ein weit verbreiteter Standard in der Tontechnik und für eine symmetrische Kabelführung geeignet. Die Anschlüsse sind verriegelt und somit vor dem Herausrutschen gesichert. Die Qualitätsunterschiede findet man bei diesen Kabeln meist in der Verarbeitung der Stecker und der Schirmung der Kabel. Die Schirmung ist essentiell wichtig, um Störungen zu vermeiden und das Signal sauber zu übertragen.

XLR Stecker

Speakon-Kabel

Lautsprecherkabel verbinden den Verstärker (AMP) mit dem Lautsprecher. Eine besondere Schirmung des Kabels ist hier nicht entscheidend, da es sich um ein bereits verstärktes Signal handelt, welches nicht so einfach durch andere Wellen gestört werden kann. Die Stecker erinnern ein bisschen an PowerCon-Stecker, sind aber vom Aufbau anders. Durch die unterschiedliche Bauweise soll ein falsches Einstecken verhindert werden. Mit genug Kraft würde man es aber trotzdem schaffen – also Vorsicht.

Speakon Stecker

Kabel mit Klinke

Klinkenkabel gibt es ebenfalls wieder in unterschiedlichen Ausführungen – einmal mit 3,5 mm und einmal mit 6,3 mm. In der Veranstaltungstechnik findet man beides, hauptsächlich aber den 6,3-mm-Klinkenstecker. Die Kabel und Stecker gibt es als zweiadrige Leitungen und als dreiadrige Leitungen. Je nach Anforderung muss entschieden werden, welches Kabel benötigt wird. Die Variation nimmt noch zu, wenn man z. B. Insertkabel nutzt, die eine Stereoklinke in zwei Monoklinken aufteilen, um Hin- und Rücksignal in einem Kabel zu realisieren. Klinkenstecker sind grundsätzlich nicht gegen Herausrutschen gesichert und können sich lockern. Bei unübersichtlichen Kabelführungen sollte man eine Zugentlastung anbringen.

Klinke Stecker

Sonderkabel

Hier endet die Reise durch die Kabelwelt noch nicht. Es gibt noch Multistecker, Harting-Stecker, Lichtwellenleiter, weitere Computerkabel, MIDI-Kabel usw. Diese Kabel sind ebenfalls wichtig, sollen hier aber nicht weiter betrachtet werden, um den Rahmen dieser Seite nicht komplett zu sprengen.

Harting Stecker

Weitere Fragen und Anmerkungen

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