Traversen
Beitrag vom 27.02.2026 – Patrick Dehmlein
Traversen gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. Sie bilden oft die Basis für die Befestigung von Licht-, Ton- und Bühnentechnik. Die größten Vorteile: Sie sind leicht, modular und gleichzeitig sehr stabil.
Allgemeine Informationen
Traversen bestehen in der Regel aus Aluminium, meist einer AlMgSi-Legierung (F31).
Der Standard-Rohrdurchmesser beträgt 50 mm, diese Rohre werden auch als Gurtrohre bezeichnet.
Die gängige Wandstärke liegt bei 2 mm. Für höhere Traglasten oder längere Spannweiten gibt es Varianten mit verstärkten Wandstärken.
Farblich sind Traversen überwiegend silber (naturbelassen) oder schwarz pulverbeschichtet erhältlich – passend zu Bühnen- oder Messeanwendungen.
Arten
Traversen werden zuerst nach der Anzahl der Gurtrohre unterschieden:
- 1-Punkt-Traversen
- 2-Punkt-Traversen
- 3-Punkt-Traversen
- 4-Punkt-Traversen
Ein zweites wichtiges Merkmal ist die Länge. Die Bauteile gibt es in vielen Abstufungen – von kurzen Verbindungselementen
bis hin zu 4-Meter-Stücken.
Aus diesen Angaben ergibt sich die Bezeichnung der Traverse. Beispiel:
- F = F-Serie
- 3 = 30er Serie (genauer: 29 cm Systemmaß)
- 4 = Anzahl der Gurte (4-Punkt-Traverse)
- 200 = Länge in cm
Sonderformen
Neben den geraden Elementen gibt es auch Bögen, Kreise, Spezialstücke, T-Stücke und maßgefertigte Sondertraversen. Diese werden oft im Messebau, bei Bühnenportalen oder bei dekorativen Installationen eingesetzt.
Verbindungen
Die klassische Verbindung erfolgt über Konusverbinder. Diese bestehen aus:
- Konusstück
- Bolzen
- Sicherungssplint
Der Bolzen wird in einer bestimmten Richtung eingeschlagen, die in den Herstellerunterlagen klar definiert ist.
Für Ecken und Winkelstücke gibt es entsprechende Verbinder mit mehreren Abgängen, um komplexe Strukturen aufzubauen.
Wird eine Traverse als Ground-Support genutzt, stehen Bodenplatten oder spezielle Ständer zur Verfügung.
Rigging
Traversen können entweder geflogen (also abgehängt) oder aufgeständert genutzt werden.
Beim Flugbetrieb kommen Anschlagmittel wie Rundschlingen, Schäkel, Motorzüge oder Handkettenzüge zum Einsatz.
Dazu gehört auch die Prüfung der Anschlagpunkte, die Lastverteilung sowie die Dokumentation der maximal zulässigen Lasten.
Bei aufgeständerten Systemen werden Tower, Lifte oder Ground-Support-Systeme eingesetzt.
Hier spielen Standsicherheit, Abspannungen und die maximale Aufbauhöhe eine große Rolle.
Anbindungen
Die Befestigung von Licht- und Tontechnik erfolgt mit speziellen Traversenschellen.
Dazu zählen Half Coupler, Trigger Clamps und Schnellspanner.
Wichtig ist, ausschließlich Schellen zu verwenden, die ausdrücklich für Traversen zugelassen sind.
Schellen aus dem Baubereich sind tabu: Sie bestehen oft aus Stahl, haben innen Riffelungen oder Nasen und können die Traverse beschädigen.
Sobald eine Traverse eingedrückt oder sogar nur sichtbar verformt ist, muss sie aus Sicherheitsgründen ausgesondert werden.
Achtet also gut auf eure Traversen – Beschädigungen sind sicherheitsrelevant.
Dekotruss
Eine Sonderform sind Dekotraversen. Diese Systeme sind optisch ähnlich aufgebaut, bestehen jedoch aus dünnerem Material
und sind ausschließlich für leichte Lasten gedacht. Häufig werden sie für Messe-Stände, Deko-Anwendungen oder kleine Hintergrundkonstruktionen genutzt.
Wichtig: Dekotruss ist nicht für tragende Lasten zugelassen und darf nicht wie eine echte Traverse belastet werden.
Aus der Praxis
Für das Einschlagen der Bolzen sollte man immer einen geeigneten Hammer verwenden – ideal ist ein Aluminium- oder Kupferhammer.
Die Richtung, in der der Bolzen eingeschlagen wird, ist ebenfalls vorgegeben und sollte unbedingt eingehalten werden.
Und noch ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Das Einschlagen der Konusbolzen ist laut. Sehr laut.
Bitte verwendet Gehörschutz, vor allem in geschlossenen Räumen.