Safetys / Sekundärsicherungen
Beitrag vom 28.02.2026 – Patrick Dehmlein
Unter einem Safety versteht man eine sekundäre Absturzsicherung für Licht- und Tontechnik in der Veranstaltungstechnik.
In der Regel besteht ein Safety aus einem zugelassenen Stahlseil mit verpressten Kauschen an beiden Enden.
Dieses Seil wird mithilfe von D-Ringen oder Karabinern am dafür vorgesehenen Punkt des Geräts befestigt und anschließend mit der Traverse oder einem anderen tragfähigen Bauteil verbunden.
Löst sich die primäre Befestigung, verhindert das Safety, dass das Gerät zu Boden fällt und Personen verletzt.
Wichtig: Überall dort, wo Geräte herunterfallen könnten, ist ein Safety Pflicht.
Rechtliche Grundlage
Safetys sind in Deutschland durch folgende Normen und Richtlinien geregelt:
- DGUV V17/18
- DIN 56927 (Anforderungen an Fangseile)
- DIN EN 60598-2-17 für Scheinwerfer
Arten von Safetys
Klassisches Safety
Ein klassisches Safety besteht aus einem Stahlseil mit einer verpressten Schlaufe (Kausche) an jeder Seite. Es ist die am häufigsten eingesetzte Art der Sekundärsicherung.
Safety mit Falldämpfung
Bei dieser Variante ist im Seil eine zusätzliche Schlaufe eingearbeitet, die wie ein kleiner Falldämpfer wirkt. Sollte ein Gerät tatsächlich abstürzen, wird die Kraft nicht ruckartig übertragen, sondern der Fangvorgang leicht gedämpft. Das reduziert die Belastung für das Seil sowie für den Anschlagpunkt.

Wichtig zu beachten
- Safety immer nur am dafür vorgesehenen Befestigungspunkt am Gerät einhängen – niemals am Griff.
- Safetys mit PU-/Kunststoffummantelung sind nicht zulässig.
- Die maximale Fallhöhe sollte so gering wie möglich sein (kurzes Safety). Und darf in der Regel nicht größer als 20cm sein.
- D-Ringe oder Karabiner müssen für die Last geeignet und vollständig verschlossen sein.
- Prinzip des schwächsten Glieds: Alle Komponenten (Seil, Verschluss, Öse, Anschlagpunkt) müssen für die Last ausgelegt sein.
- Nur geprüfte und zugelassene Safetys verwenden.
- Wurde ein Safety belastet (tatsächlich einen Sturz gehalten), muss es ersetzt werden.
- Immer die Herstellerangaben und Bedienungsanleitungen beachten.
Aus der Praxis
Was tun, wenn kurz vor der Veranstaltung auffällt, dass eine Sicherung fehlt?
Veranstaltung absagen? Ignorieren?
Solche Situationen sollte man nicht alleine entscheiden. Wichtig ist, das Thema offen anzusprechen und die Verantwortlichen einzubeziehen.
Gemeinsam muss eine Risikoabwägung vorgenommen werden.
Kriterien, die dabei berücksichtigt werden sollten:
- Wo hängt das Gerät?
- Befindet sich Publikum direkt darunter?
- Wie und wo ist das Gerät befestigt?
- Art und Verhalten des Publikums
- Umgebung (Indoor / Outdoor, Wind, Temperatur)
- Folgen eines möglichen Absturzes
Für jede Veranstaltung gibt es individuelle Besonderheiten.
Bewährt hat sich eine strukturierte Entscheidungsfindung mithilfe einer einfachen Risiko-Matrix:
Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit × Auswirkung
Je höher die Kombination aus diesen beiden Faktoren ist, desto dringender muss gehandelt werden.