Über uns Leistungen  • Lichttechnik  • Tontechnik  • DJ-Technik  • Personal & Betreuung Referenzen Fachwissen Kontakt

Sprinklertaugliche Stoffe

Beitrag vom 12.02.2026 – Patrick Dehmlein



Sprinklertaugliche Stoffe


Bitte beachten Sie, dass dieser Fachbeitrag ausschließlich zur Information dient. Er ersetzt keine fachkundige Beratung durch Ihren Brandschutzbeauftragten.


Ein weiteres Spezialthema im Bereich Brandschutz auf Veranstaltungen sind sprinklertaugliche Stoffe. Auf Events oder Messen sieht man häufig gespannte Stoffe oder dekorative Abhängungen – zum Beispiel weiße Bänder auf Hochzeiten oder großflächige Deckensegel über Messeständen. Dabei ist stets zu beachten, dass die vorhandene Sprinkleranlage nicht beeinträchtigt wird.


Sprinkleranlagen werden so geplant und ausgelegt, dass das austretende Wasser den gesamten Schutzbereich zuverlässig abdecken kann. Wird das Wasser durch Stoffe abgeleitet oder abgeschirmt, besteht die Gefahr, dass der Brandherd nicht ausreichend erreicht wird. Das kann erhebliche Folgen haben und im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein.



Rechtliche Grundlagen

Grundlage für den Einsatz entsprechender Stoffe sind unter anderem DIN 4102, EN 13501 sowie die VdS-Richtlinien für Sprinkleranlagen und die jeweilige Versammlungsstättenverordnung. Auf Messen müssen textile Abhängungen häufig bei der Messegesellschaft angemeldet werden. Zusätzlich gelten dort oft eigene technische Richtlinien und besondere Auflagen.



Typische Fehlannahmen

  • „Ist ja nur Deko und somit nicht kritisch.“
  • „B1 reicht völlig aus.“
  • „Das ist keine Festinstallation, sondern nur temporär.“
  • „Wenn der Alarm losgeht, hängen wir die Segel einfach ab.“


Welche Stoffe gibt es?

Sprinklertaugliche Stoffe sind meist netzartige Gewebe mit definierter Maschenstruktur. Häufig besitzen sie eine gewisse Dehnfähigkeit, damit sie als Deckensegel straff verspannt werden können.

Im Labor wird geprüft, ob das Material ausreichend wasser- und luftdurchlässig ist. Im zugehörigen Zertifikat sind in der Regel konkrete Montagevorgaben festgelegt – beispielsweise eine definierte Vorspannung, maximale Feldgrößen oder Mindestabstände.

Auf Messen gelten zudem häufig klare Vorgaben, welcher Anteil der Standfläche maximal überspannt werden darf (z. B. 50 %) und wie groß einzelne Segelflächen sein dürfen.



Es geht nicht nur um das Wasser

Beim Thema sprinklertaugliche Stoffe denkt man zunächst an die Wasserverteilung von oben. Tatsächlich spielt jedoch auch die Auslösung der Anlage eine entscheidende Rolle.

Sprinklerköpfe reagieren auf Hitze. Wird durch eine Deckenbespannung der Wärmestau unterhalb des Stoffes verstärkt oder die Wärmeabfuhr verzögert, kann es zu einer verspäteten Auslösung kommen. Im schlimmsten Fall gehen dabei wertvolle Sekunden verloren – Sekunden, die im Ernstfall über den weiteren Verlauf eines Brandes entscheiden.



Alternativen

Wenn kein zertifizierter Netzstoff eingesetzt werden soll, gibt es Alternativen. Eine Möglichkeit besteht darin, unterhalb der Bespannung zusätzliche Sprinklerköpfe zu installieren oder eine separate Brandmeldeanlage unterhalb des Stoffes vorzusehen. Solche Lösungen müssen zwingend mit dem zuständigen Brandschutzbeauftragten und dem Betreiber abgestimmt werden.



Fazit

Bei jeder horizontalen Bespannung sollte die Sprinklertauglichkeit mitgedacht werden. Schwer entflammbar bedeutet nicht automatisch wasserdurchlässig – und wasserdurchlässig bedeutet nicht automatisch luftdurchlässig.

Holen Sie sich frühzeitig Unterstützung durch Ihren Brandschutzbeauftragten. Eine saubere Planung sorgt nicht nur für eine Genehmigung, sondern im Ernstfall für Sicherheit.