Biete ich freie Sitzplatzwahl oder reservierte Sitze an?
Beitrag vom 29.01.2026 - Patrick Dehmlein
Auf den ersten Blick wirkt das Thema „Sitzplatzwahl“ nicht gerade wie die spannendste Baustelle eines Events. Aber wenn man ein bisschen tiefer gräbt, merkt man schnell, dass dahinter ziemlich viel steckt – organisatorisch, psychologisch und manchmal auch nervlich.
Freie Sitzplatzwahl vs. Feste Plätze
Als Veranstalter hat man grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
Feste Plätze: Jeder Gast bekommt vorab eine Platznummer. Klar, strukturiert und am Einlass meist entspannt.
Freie Platzwahl: Die Türen gehen auf und alle suchen sich einfach einen Platz aus. Funktioniert gut –
kann aber auch zum „Horror“ werden, wenn alle gleichzeitig versuchen ihr Handtuch auf den besten Platz zu legen.
Mischformen:Es gibt natürlich auch Mischformen: z. B. freie Plätze innerhalb eines vorher ausgewählten Bereichs.
Der Kreativität sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt.
Bei den Shows Memories on ice und Nacht der Oskars wurde
eine freie Sitzplatzwahl angeboten. Da es sich hier aber auch um Veranstaltungen mit freiem Eintritt handelt, steht ein Konzept mit fester Platzreservierung in keinem Verhältnis.
2) Besonderheiten
Ein fester Platz bedeutet Sicherheit: Man weiß, wohin man muss, und kann entspannt ankommen.
Freie Platzwahl dagegen erzeugt oft mehr Dynamik – manchmal im positiven Sinne („Wir sitzen alle zusammen!“),
manchmal eher stressig („Oh nein, vorne ist schon voll…“).
Und aus Veranstaltersicht spielen noch viele kleine Dinge mit hinein:
- Saalpläne müssen gepflegt und erstellt werden
- Bestuhlung muss nummeriert sein und sinnvoll gestaltet (nach Blöcken, Reihen und Platznummern)
- Gruppenverhalten der Gäste beeinflusst die Saalfüllung
- Einlasskontrollen laufen bei festen Plätzen unter Umständen anders
- Und ja – bei freier Platzwahl braucht man mehr Mitarbeiter, die freundlich sagen: „Da drüben ist noch frei“ oder "Bitte schließen Sie die Lücke"
3) Vor- und Nachteile
Feste Sitzplätze
Vorteile:
- Jeder weiß, wohin er muss – kein Gedränge, keine Diskussionen.
- Bessere Monetarisierung durch Preiszonen und Kategorien.
- Beim Vorverkaufsstart gehen oft viele Tickets auf einmal weg („Ich will den besten Platz!“).
- Der Saal füllt sich gleichmäßig ohne Zwischenlücken.
Nachteile:
- Mehr Aufwand: Saalplan, Bestuhlung, Nummerierung, Ticketingsystem.
- Manche Gäste kaufen später nicht mehr, weil die „guten Plätze“ schon weg sind.
- Gäste kommen meist auf den letzten Drücker – schlecht für Gastro & Merch.
Freie Sitzplatzwahl
Vorteile:
- Super einfaches Ticketing: Zwei, drei Preisstufen – fertig.
- Gäste kommen früher, weil sie sich gute Plätze sichern wollen. Somit steigen auch die Umsätze in der Gastro
- Selbst wenn nicht alle Tickets verkauft sind, wirkt der Saal voller – Gäste verteilen sich natürlich.
Nachteile:
- Einlass kann chaotisch werden, besonders wenn alle auf „die besten Plätze“ aus sind.
- Es braucht mehr Ordner, um Lücken zu schließen oder Gruppen zusammenzuführen.
- Konflikte sind wahrscheinlicher („Ich dachte, der Platz ist noch frei…“).
4) Fazit
Am Ende muss man entscheiden welche Art von Event man hat und ob es zu den Besuchern und dem Veranstaltungsort passt.
Feste Plätze wirken professionell, geordnet und sind ideal, wenn das Programm im Vordergrund steht.
Freie Platzwahl ist dynamischer, einfacher und oft lockerer – aber mit etwas mehr Risiko im Einlass und der Organisation.
Am Ende sollte man sich fragen:
Was wollen meine Gäste? Und was erleichtert uns als Team den Ablauf am meisten?
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