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Kaltfunken Maschinen sind so schön

Beitrag vom 10.02.2026 - Patrick Dehmlein



Kaltfunken Maschine


Ja, sie sehen wirklich beeindruckend aus und sind auf jeder Veranstaltung ein echter Hingucker. Heute geht es um das Thema Kaltfunken-Geräte – auch bekannt als Sparkular-Effekt, Cold Spark Machines oder Kaltfunken-Fontänen. Diese Effekte sind auf Bühnen, Events und vor allem bei Hochzeiten sehr beliebt.



Wie funktionieren diese Geräte?

Die Funken entstehen, indem ein Metallgranulat (häufig Titan) in der Maschine – meist durch Induktion – erhitzt und anschließend nach oben geblasen wird.
Der wesentliche Unterschied zu klassischen Pyroeffekten besteht darin, dass es keine Explosion gibt und auch kein Schwarzpulver oder anderer Sprengstoff zum Einsatz kommt.



Der größte Irrglaube

Der Name „Kaltfunken-Gerät“ ist, wie ich finde, sehr irreführend. Er lässt vermuten, dass eigentlich nichts passieren kann, weil kein heißes oder brennbares Material austritt. Das stimmt so jedoch nicht.

Die Funken werden auf eine sehr hohe Temperatur gebracht und erst dann aus der Maschine geblasen. Auch der Auslass der Geräte erhitzt sich dabei stark.

Brennbare Materialien wie Holz, Deko, Papier, Kleidung oder Haare können sich durch diese Funken durchaus entzünden.

Kaltfunken Gerät Unglück


Gefahren

Ein kurzer Auszug aus den offiziellen Warnhinweisen der Hersteller:

  • „Lebensgefahr durch elektrischen Strom!“
  • „Tragen Sie beim Umgang mit Titan-Granulat Schutzbrille und Schutzhandschuhe“
  • „Unkontrolliert austretendes, entzündetes Titan-Granulat kann während des Betriebs Brände verursachen, die nur mit Sand gelöscht werden können.“
  • „Verbrennungsgefahr an der Geräteoberfläche!“
  • Hinweise auf gefährliche Situationen bei falscher Platzierung des Geräts

Ihr habt richtig gelesen: Titan-Granulat soll man nur mit Schutzbrille und Schutzhandschuhen anfassen – und natürlich nicht einatmen. Gleichzeitig wird dieses Material im Betrieb mithilfe von Ventilatoren nach oben und somit durch den gesamten Veranstaltungsraum über die Gäste hinweg gepustet.

Das passt aus meiner Sicht nicht wirklich zusammen. Und ob das Granulat nach dem Verbrennen tatsächlich ungefährlicher ist als im „Rohzustand“, wage ich ebenfalls zu bezweifeln.



Weitere Probleme

Ganz einfach gesagt: Diese Maschinen stoßen Metallstaub (Titan-Granulat) aus, der in der Luft verglüht. Die Asche und Rückstände fallen anschließend zu Boden oder legen sich im Raum auf Technik, Essen, Getränke und Kleidung.

Besonders im direkten Umfeld der Geräte sieht man, dass ein feiner dunkler Staub auf dem Boden zurückbleibt.

Diese Rückstände sind nicht nur gesundheitsschädlich, sondern können auch technische Geräte beschädigen und die Rutschgefahr erhöhen.



Unser Fazit

Kurz gesagt: Finger weg von diesen Effekten. Wir nutzen sie bei keiner unserer Veranstaltungen.

Der optische Nutzen steht aus unserer Sicht in keinem Verhältnis zu den Brandgefahren, den möglichen Schäden an Technik oder den gesundheitlichen Risiken.

Wer trotzdem nicht darauf verzichten möchte, sollte die Bedienungsanleitung sehr sorgfältig lesen, Sicherheitsabstände strikt einhalten und die maximale Betriebsdauer beachten. Außerdem muss der Einsatz zwingend in die GBU (Gefährdungsbeurteilung) aufgenommen werden.